Individuelle Bildereinrahmung:
So entsteht ein Vergolderrahmen
Der Begriff "Vergolderrahmen" beschreibt einen Rahmen, der in reiner Handarbeit von qualifizierten Vergoldern gefertigt wird.
Da es sich grundsätzlich nicht um Serienprodukte, sondern um individuelle Rahmen speziell für Ihr Bild handelt, kann man mit Recht vom "Maßanzug für Ihr Bild" sprechen.
Die Arbeitsweise und die besonderen Materialien sind (fast)
unverändert geblieben seit dem Mittelalter. Auch das Berufsbild des Vergolders stammt aus dieser Zeit.
Ein Beruf mit Tradition, aber auch viel Kreativität und Offenheit für modernes Design.
Nun zu den einzelnen Fertigungsschritten:
Aus rohen Profilleisten wird der Rohling nach Maß geschnitten,
zum Rahmen verleimt.
Bereits hier ist große Sorgfalt anzuwenden, damit
die Verleimung Jahrzehnte hält. Aus diesem Grund wird auch die Gehrungsverbindung
nochmals verstärkt.
Nach dem sog. Vorleimen des Rahmens (tränken
mit einer Leimlösung) werden von Hand 6-8 Schichten eines Kreidegrundes
aufgetragen. Dazwischen liegen jeweils Trockenzeiten. Dieser weisse Kreidegrund
(im Volksmund manchmal fälschlich als Gips bezeichnet) besteht aus verschiedenen
Sorten Kreidepulver, gebunden mit einem organischen Leim und weiteren Zusätzen.
Das nun folgende, mehrfache Schleifen des Kreidegrundes (Grob- und Feinschliff) gibt dem Rahmen eine glatte Oberfläche, weiche Kanten und Übergänge.
Der farbige Golduntergrund wird nun aufgetragen. Dieses sog.
Poliment besteht aus einem besonderen Ton, einem Bindemittel wie beim Kreidegrund
und Farbstoffen.
Das Poliment lässt sich fast nach Belieben einfärben und ergibt
später - zusammen mit dem nachfolgenden Edelmetall - ein interessantes
Farbspiel.
Beim anschließenden "Anschießen" wird das hauchdünn geschlagene Edelmetall Blättchen für Blättchen auf den vorher genässten Untergrund aufgelegt. Dazu verwendet der Vergolder (oder häufiger die Vergolderin) einen feinen Pinsel, weil das dünne Metall durch die Hand beschädigt würde.
Nach einer Trockenzeit von
einigen Stunden wird die zunächst noch matte Oberfläche mit einem
Halbedelstein (Achat) auf Hochglanz poliert.
Mit verschiedensten Schleifmedien (Bimsmehl, Stahlwolle, Pad usw.) kann nun der farbige Poliment-Untergrund wieder sichtbar gemacht werden, oft nur an manchen Stellen des Rahmenprofiles.
Dem erneuten Polieren folgt ein Schutzüberzug, abhängig vom verwendeten Edelmetall (Silber z.B. würde sonst im Laufe der Zeit "anlaufen").
Die nun folgenden Arbeitsgänge sind je nach Rahmenmodell unterschiedlich. Hier kann ein Patina nötig sein oder auch ein farbiges Fassen einzelner Rahmenteile.
Die verschiedensten Kombinationen von Profil, Poliment, Edelmetall und farbigen Elementen ergeben praktisch unbegrenze Möglichkeiten, auf Ihr Bild und auf Ihre Wünsche einzugehen.
Erfahrene Fachleute helfen gerne mit Beratung und handwerklichem Können!



